Nachdem sich  der australische Zoll  ungewöhnlich lange - das ist einfach höhere Gewalt - mit Emma beschäftigt hat, ist heute  der Tag der Freilassung von Emma. Dazu fahren wir nach Bibra Lake im Süden von Perth. Wir wollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, aber da wir schon um 8:00 dort sein müssen, sparen wir uns den zusätzlichen Stress und fahren mit dem Taxi. Der Taxifahrer fragt, ob wir wirklich danhin wollen, es sei ein reines Industriegebiet. Beim Aussteigen gibt er uns noch seine Karte - für alle Fälle.  

Da das Office noch geschlossen ist, wenden wir uns an den Mann, der in einem kleinen Container am Eingang zum Gelände sitzt. Er braucht unsere IDs und schickt uns quer übers Gelände zu Jason. Das ist schon spannend, denn es fährt auch noch ein sehr großes Containerentladefahrzeug kreuz und quer durch die Gegend.
Wir fragen uns, wo unser "kleiner " Container ist und entdecken dann in einer Ecke des Hofes einen Hapag Lloyd Container, der es sein könnte.
Bei Jason bekommen wir orange Sicherheitswesten, damit alles seine Ordnung hat. Dann dürfen wir die Rucksäcke im Office lassen und bekommen Simon zugeteilt. Der kleine orange Container wird geholt und das Siegel geöffnet. Wir halten die Luft an..... Emma steht , genauso verankert wie wir sie vor fast 2 Monaten in Basel verlassen haben. 
Im Unterschied zu Basel haben die Leute hier Taschenlampen, Werkzeug, schließen selbstständig  die Batterien wieder an  und fahren Emma aus dem Container.
Da sie eine Rampe hinter den Container gelegt haben, passiert auch dies ohne Schäden für die Solarpanel.
 180522 074423 Emma
Soweit, so gut, nun kommt die wirklich spannende Geschichte: Haben sich die vielen Stunden Autowaschanlage und manuelles Putzen gelohnt? Wird der Quarantäne Officer zufrieden sein oder noch etwas zu beanstanden haben? Das wäre nicht nur frustrierend, sondern auch gleich wieder sehr teuer...
Der Quarantäne Officer ist eine Frau und sie nimmt es sehr genau. Als erstes muß die Dachbox raus aus dem Auto. (Wir fragen bei der Gelegenheit gleich Simon, ob er nicht eine Leiter hat, denn wenn wir nun schon das Ding ausladen, könnten wir es doch gleich montieren..)
Sie fragt nach Zelten. Wir zeigen das Zelt, versichern es sei neu. Es wird ausgepackt, ausgebreitet und inspiziert. Da es neu ist, ist es natürlich auch sauber. Simon hat scheinbar schon einige Erfahrung in diesen Dingen, in Windeseile hat er das Teil genau wieder auf das Packmaß der Hülle gebracht und eingepackt. 
 
Sie fragt nach Heringen. Die liegen wegen des Gewichtes ganz unten in einer der Kisten, so leeren wir das Fach und geben ihr die Tasche. Mehr Heringe?  Ja, stimmt, wir haben noch einen Pack, auch den bekommt sie.
 
Sie fragt nach foodwear. Wir präsentieren Ihr unsere peinlich genau geputzten Wanderschuhe, Crocs und Halbschuhe. Mehr Schuhe?  Ja, stimmt, wir haben noch Sandalen, auch die sind gut geschrubbt eingepackt worden. Sie prüft noch die Campingstühle etc. und möchte dann gerne selbst mal ins Auto. Kein Problem.
 
Als nächstes folgt die Inspektion des Autos von außen. Im rechten Schanier der Motorhaube gefällt ihr etwas nicht, wir runzeln die Stirn. Sie läßt sich ein Wägelchen bringen und macht sich an die Kontrolle der Emma von unten. Dazu fährt sie wirklich das ganze Auto von vorne nach hinten mittels Wägelchen und Taschenlampe ab. Kontrolle der Radkästen ist selbstverständlich. Simon kommt mit einem Industriesauger und beseitigt die beanstandete Stelle im Motorraum. 

Nach einer 3/4 Stunde gibt sie ihr OK, "You did a great Job", sie ist zufrieden und wir sind es auch!!!
 
Simon bringt eine Leiter und hat auch die tolle Idee die Dachbox mittels Gabelstapler anzuheben. So sind wir eine weitere Sorge los. Wir verräumen gleich noch ein paar Dinge in der Dachbox, räumen das Auto wieder ein und müssem Jason dann erklären, dass wir Emma noch nicht mitnehmen können. Wir brauchen erst einen Termin für eine Inspektion. Er ist nicht erfreut, aber es hört sich so an, als ob es ok wäre sie bis morgen hier zu lassen.
 
Anthony von Bullocks hatte um 9:00 kurz mal angerufen, alle Rückrufe unsererseits landen nun in der Mailbox.´Was tun? Bullocks hat das Carnet und das brauchen wir für die weiteren Termine.
 
So laufen wir zunächst zur nächsten Bushaltestelle (klingt ganz einfach, Gerhard hat es ziemlich viel Mühe gekostet, herauszufinden, ob und wo denn so etwas hier überhaupt zu finden ist. ) Wir laufen los, zunächst ohne Gehsteig. Kann ja nix passieren passieren: Wir haben eine Flasche Wasser dabei und einen großen Anzac Biscuit.. Im Industriegebiet gibt es übrigens auch sehr schöne Büsche und Bäume, teils die gleichen wie gestern im Kings Park nur ohne Beschriftung. Think positive!
 
Irgendwann kommen wir an die "Bushaltestelle", eine Holzlatte mit Nummer. Aber es funktioniert, ein Bus kommt, wir winken und er bringt uns nach Fremantle.
 
Wir besuchen Bullocks, Anthony kommt erst heute nachmittag zurück. Wir nutzen die Zeit, um einen Termin für die Inspektion zu bekommen mit der Liste der Inspektionsstellen von der offiziellen Seite der WA Regierung. Unser "Büro" schlagen wir in der Fußgängerzone auf, wo wir eine Sitzgelegenheit mit Tisch entdecken. 
180522 142540 Emma
Erste Nummer: keiner geht ans Telefon. 
Zweite Nummer: warum wir hier anrufen? Sie würden nur Busse und Schwerlaster inspizieren.
Dritte Nummer: Klar , kein Problem - in einer guten Woche.
Erste Nummer: Keiner geht hin.
Vierte Nummer: Man versteht die Dame am Telefon kaum, da bei Ihr dauernd das Telefon läutet, aber scheinbar haben wir Glück: Morgen 2:20 haben wir einen Termin.
 
Jetzt brauchen wir noch die temporäre Lizenz für 48 Stunden, um mit einem nicht lizenzierten Fahrzeug zur Inspektion fahren zu können. Kein Problem: Das geht online!!!
 
Wir müssen nur die Driver's license number eingeben und das Geburtsdatum, dann den Zeitraum, Payment und gut..
 
Driver's Licence , das Feld ist zu kurz... Geburtsdatum -> weiter:  "Keine Übereinstimmung mit bestehenden Personen". OK, wieder etwas gelernt: online geht hier nur für Bürger aus WA mit einem Führerschein aus WA. 
 
Das heißt wir müssen morgen früh noch "aufs Amt" für diese Geschichte.