Morgens kommt der Farmer, der oben am Hügel wohnt vorbei und sperrt die alte Schule auf, damit wir uns umsehen können. Wir unterhalten uns etwas mit ihm. Er erzählt von einem Versuch Hafer anzupflanzen und der Investition in Saatgut und Dünger. Ernten konnte er am Ende so gut wie nichts, weil alles abgefressen wurde von den Wallabies.
Wir schauen uns nach dem Frühstück in dem Gebäude um. Es ist sehr gemütlich. Man kann es mieten, es hat eine kleine Küchenzeile, einen offenen Kamin und eine Bücherecke mit Sessel.
190105 085340 Liffey Old Schoolhouse
Die Bücher stehen in zwei Reihen, ein El Dorado. Leider haben sich mittlerweile zwei Schwalben hier herein verflogen. Wir brauchen einige Zeit und müssen noch die alten Vorhänge schließen, bis wir sie wieder ins Freie befördern können.
190105 091816 Liffey Old Schoolhouse
Gerhard entdeckt dieses Mal das Buch des Tages, das wir für eine gold coin donation erwerben,
190105 093808 on the way
dann geht es Richtung Evandale. Wir schauen uns um in dem kleinen Ort, laufen eine Runde
190105 103458 Evandale
und besuchen noch das Community Center. Heute hat es deutlich abgekühlt zu gestern.
Wir fahren durch Perth, Campbell Town
190105 122459 Champbell Town
und Ross. Der kleine Ort sieht recht nett aus. Wir essen Scallop Pies in der Bakery31, wo es angeblich die besten Scallop Pies in ganz Tasmanien geben soll. In der Ross Bakery ein Stück weiter kaufen wir ein Sauerteigbrot (Tipp Evi und Markus. Danke!).
190105 131050 Ross
Wir schauen uns noch das Tasmanian Wool Center an, das keinen Eintritt kostet. Man kann hier auch Kleidung kaufen und Souvenirs.
190105 140059 Ross
Ich laufe noch den kleinen Walk zur ehemaligen Ross Female Factory, einem Arbeitshaus für weibliche Sträflinge von 1848. Dann fahren wir auf den hiesigen Campingplatz. Das Office ist nicht besetzt und ich rufe an. Für die kleine Emma gibt es noch eine site. Als wir parken, kommen gleiche die angrenzenden australischen (Caravan) Nachbarn an, die Emma bereits im Ort bewundert haben. Normalerweise interessieren sich die Aussies mit den großen Caravans nicht so sehr für Emma.

Heute soll es sehr heiß werden mit Temperaturen über 30 Grad. Wir packen zusammen, setzen uns ins Auto und überlegen, wo wir nun hinfahren sollen. Der Hartz Nationalpark weiter südlich könnte früher oder später auch vom Feuer betroffen sein. Weiter unten in South Bruny brennt es ohnehin. So entscheiden wir spontan wieder Richtung Norden zu fahren.
190104 085558 on the way
Unterwegs sieht man in der Ferne viel Rauch. Der Wind frischt auf und Rauch und Wolken treiben schnell dahin.
190104 104512 on the way
Kein gutes Zeichen.
Wir machen einen Stopp bei Steppes Sculptures 
190104 105942 Steppes Sculptures

190104 110307 Steppes Sculptures
Es gibt noch einen Walk zu der Homestead, die ca. einen Kilometer entfernt liegt. Wir überlegen, ob wir wieder alles einpacken sollen und loslaufen, lassen es dann aber. Wir fahren weiter und kommen wenig später an Steppes Homestead vorbei, die direkt an der Strasse gelegen ist. So sind wir schon dort, kurz bevor das Paar eintrifft, das den Walk gemacht hat. Wahrscheinlich wundern sie sich darüber, wo wir so schnell herkommen und wie wir sie überholen konnten.
190104 111506 Steppes Homestead
Etwas weiter entfernt stoppen wir an Steppes Hall, die noch benutzt wird.
190104 114409 Steppes Hall

190104 115525 Steppes Hall
Wir schauen uns den Great Lake nun von der anderen Seite aus an
190104 122205 Great Lake
und fahren über das Hochland. Es weht ziemlich stark. Wahrscheinlich ist es sonst hier recht frisch. Heute ist es angenehm. In Longford können wir günstig tanken und es gibt einen großen IGA, wo wir - wieder mal recht teuer - einkaufen. Der Ort hat einen Campingplatz für 40 $, die Duschen kostetn extra. Ein anderer in der Nähe auch nicht besser. So fahren wir nach Liffey zum Old Schoolhouse. Der Platz ist schön, aber auch sehr exponiert. Wir parken hinter dem Haus, wo es einigermaßen geschützt ist.
190104 172855 Liffey Old Schoolhouse
Gleich daneben gibt es eine Farm und auf der Wiese stehen Schafe, Pferde und Gänse. Alles ist sehr idyllisch.
190104 205724 Liffey Old Schoolhouse

Für Sandra und alle anderen die sich Sorgen um uns machen

Wir sind am 2.1. in den Mount Field Nationalpark gefahren, wo es Hinweise gab auf ein Feuer im Franklin-Gordon Wild Rivers National Parks. Gestern konnten wir die geplante Wanderung in der alpinen Region nicht unternehmen, weil das ganze Gebiet oben gesperrt war. Abends gab es eine Info-Veranstaltung der Ranger zu der allgemeinen Lage und zu den Maßnahmen der Feuerbekämpfung in einer World Heritage Area. Vom dem Campground unten am Berg aus konnte man vom Feuer nichts sehen, nur am Licht und an den Ascheflöckchen konnte man erkennen, dass es irgendwo ein Feuer geben mußte.
Heute wurde der ganze Mount Field Nationalpark gesperrt. Weitere Infos hier: https://www.parks.tas.gov.au/index.aspx?sys=News%20Article&intID=3849
Wir sind Richtung Norden gefahren und stehen jetzt hinter der The Old Liffey School.

Nachtrag
Das haben wir dann erst abends gelesen.
Von der Evakuierung haben wir nichts mit bekommen. Um kurz nach 8 Uhr waren wir schon weg.
Interessant finden wir noch, daß das Feuer den ganzen Sommer brennt, wenn es nicht wirklich viel regnet.
Das hatte auch der Ranger schon so angedeutet.

06.01.19 1

06.01.19 2

07.01.19

Morgens ist es noch sehr frisch mit 9 Grad, aber es soll heiß werden. Das macht nichts, wir wollen ja in die höheren Lagen. Doch wir werden enttäuscht, den die Hochlagen des Nationalparks wurden gesperrt wegen dem Buschfeuer. Die Strasse ist versperrt durch eine Schranke und es heißt, dass die Leute, die länger oben wandern, ausgeflogen werden.
Seltsamerweise findet man weder im Internet noch auf der Seite des Nationalparks einen Hinweis auf ein Feuer. Vielleicht ist es nur eine Sicherheitsmaßnahme, denn der Wind soll morgen stärker werden und die Temperaturen ansteigen. Wir laufen den Three Falls Walk, der nicht besonders aufregend ist.
190103 103847 Mount Field
Außerdem laufen den Weg heute nicht nur all die vielen Tagesbesucher, sondern auch noch alle anderen enttäuschten Wanderer, die höher hinauf wollten.
190103 112951 Mount Field
Es nervt alles etwas.
190103 113250 Mount Field
Die Wasserfälle sind schon schön, aber es ist einfach zu viel los dort.
190103 114654 Mount Field
Nachmittags gibt ein eigenartiges Licht und Ascheflöckchen regnen herunter. Ansonsten sieht man nichts von einem Feuer hier unten am Berg.
190103 161523 Mount Field
Mehr durch Zufall sehe ich eine große Versammlung in der Campkitchen, wo die Ranger eine Info-Veranstaltung abhalten aufgrund der Feuersituation. Bis morgen sollte hier alles sicher sein. Ab dem Vormittag werden aber starke Winde erwartet, die das Feuer anfachen und weiter treiben können. Man rechnet auf alle Fälle mir Rauch, Asche etc., so dass Menschen mit Bronchialproblemen lieber früher als später fahren sollten. Unsere tasmanischen Nachbarn - ein älteres Ehepaar - brechen gegen 18 plötzlich ihr Lager ab. Ich frage ihn, was los ist und er meint es seien ihm zu viele Leute hier. Sie gibt wenig später eine andere Auskunft. Wahrscheinlich wollen sie einfach keine Panik verbreiten. Wir bauen schon mal die Markise ab und räumen möglichst gut auf, damit wir bei Bedarf auch schnell weg sein können.

Wir fahren noch zum Power Station Lookout
190102 084209 Tarraleah
und dann nach Wayatinah, das seine Gründung auch der der Hydro Tasmania zu verdanken hat. Es soll hier einen kleinen Laden geben und wir wollen Brot kaufen. Schon beim Herfahren wirken Kneipe und Laden sehr geschlossen. Die Kneipe öffnet ab Mittag und der kleine Laden um 10 Uhr. Wir fahren weiter nach Ouse. Unterwegs riecht es etwas verbrannt. Irgendwo gibt es Feuer in der Gegend. In Ouse kaufen wir ein im kleinen IGA zu knackigen Preisen. Weiter geht es in Richtung Mount Field Nationalpark. Wir halten noch an der Westerway Raspberry Farm, wo gerade die Hölle los ist und die Leute Schlange stehen. Wir finden noch ein Plätzchen für Emma und kaufen Marmelade, frische Erdbeeren und Erdbeereis, das wirklich sehr lecker schmeckt. Weiter geht es zum Mount Field Campground. Wir kommen gegen mittag an und noch gibt es genug Plätze. Man muss sich selber registrieren und das Geld in einem Umschlag in die Box werfen. Wir suchen uns einen schönen Platz mit Bank, füllen den Umschlag aus und befördern unseren Abschnitt in die kleine Klarsichtfolie neben der site Nummer. Dann fahren wir noch zur Tourist Information und holen uns eine Karte. Wir wollen hinauf in die höheren Lagen des Nationalparks. Die Dame am Tresen meint, wir sollten morgen früh vorher nachfragen, bevor wir uns auf den Weg machten, weil es Buschfeuer gäbe. Heute ist das Thema noch nicht so akut und wir fahren los. Die Strasse dorthin ist nicht geeignet für die großen Wohnmobile und Gespanne. Es gibt viele Kurven und wir schrauben uns während der 16 km auf über 1000 Höhenmeter. Oben angekommen merkt man die Höhe schnell an den kühleren Temperaturen. Wir ziehen uns wärmer an und laufen ein Stück entlang von Lake Dobson. Wir nehmen eine Abzweigung zum Platypus Tarn.
190102 150550 Mount Field
Der Weg ist erst noch schön gemacht mit Planken, dann wird er immer holpriger und steiler. Es wachsen viele interessante Pflanzen, die teils blühen. Einige duften wunderbar.
190102 143109 Mount Field
Am See angekommen genießen wir die Aussicht
190102 142834 Mount Field

190102 142420 Mount Field
und entdecken noch eine schöne rote Blume am Ufer.
190102 142744 Mount Field
Auf dem Rückweg wird uns richtig warm, denn der Weg ist geschützt
190102 150314 Mount Field
und es weht kein Wind wie oben am Parkplatz. Wir laufen auf der anderen Seeseite zurück entlang des Pandani Grove Walks.
190102 151452 Mount Field
Der Weg oder besser gesagt die Pandani in der Menge sind eine kleine Überraschung.
190102 151333 Mount Field
Wir wollen morgen ganz früh noch einmal hier hoch und einen längeren Walk laufen zu den Skigebieten.
Unten am Campingplatz hat sich ein Zelt noch hinter uns gequetscht und unsere Bank wurde vor das Zelt transportiert. Nett...
Später kommt ein junger Deutscher mit kleinem Kind vorbei und erzählt uns, dass sie Emma vor ein paar Wochen schon an einer anderen Stelle gesehen hätten. Er ist mit Frau und zwei Kindern auch für ein Jahr hier und der Knüller ist, dass auch die Familie ihr Fahrzeug per Roll on Roll offf von daheim mitgebracht haben. Das heißt heute befinden sich auf dem Campingplatz hier 2 Autos mit deutschem Kennzeichen.
190102 195151 Mount Field
Kommentar Gerhard: Die Welt ist doch ein Dorf.

Wir verabschieden uns morgens von den beiden Österreichern, die heute die Zugfahrt machen. Es regnet leicht und Nebel verhüllt die Berge. Wir machen noch ein Bild vom Zug, als er abfährt
190101 090215 West Coast Wilderness Railway
und fahren dann weiter durch Nebel, der immer dichter wird.
190101 093942 on the way
Es ist kühl und ziemlich windig.
190101 110900 echidna
Wir müssen einige Walks und Sehenswürdigkeiten auslassen wegen des Wetters.
190101 111557 on the way
Erst am Lake Saint Clair halten wir an.
190101 121629 Lake Saint Clair
Man kann hier wandern ohne Ende.
190101 121707 Lake Saint Clair
Auch der Overland Track startet hier. Da das Wetter in der Gegend unberechenbar ist, sollte man schon bei kürzeren Touren regendichte Kleidung und gutes Zubehör dabei haben. Wir laufen zur kleinen Fähre am See und ein Stück entlang des Wassers.
190101 123047 Lake Saint Clair
Es gibt sogar zwei tapfere Besucher, die gebadet haben. Brrrrr. Kaltes Wasser, 15 Grad und starker Wind, was kann es schöneres geben...
190101 123344 Lake Saint Clair
Nachdem uns der Caravan Park in Bronte Park sehr wenig einladend erschien, fahren wir weiter nach Tarraleah in den Central Highlands. Der Ort wurde in den 1930 Jahren von der Hydro Electric Commission errichtet als Unterbringung für ihre Leute. 1980 lebten hier noch 500 Einwohner. Heute ist der Ort eine Art Ressort mit Campingplatz, Cabins in verschiedenen Preisklassen, Cafe und REstaurant - eigentlich nicht so unser Ding. Da die letzten Plätze so voll waren und es eigentlich genug ist für heute, bleiben wir dennoch hier. Es gibt wenigstens Internetempfang. Wir überlegen, ins Restaurant zu gehen. Die Karte liegt an der Rezeption aus. Uns überzeugt weder das Angebot noch die Preise. So gibt es halt wieder Toast...

237 Tage sind seit unserem Abflug vergangen. 119 Tage sind es noch bis zu unserem Heimflug. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Wir sind gute 26.000 km gefahren, davon bestimmt die Hälfte gravel road. Bis auf 2 Nächte in Geraldton (wegen des Sturm) und 3 Nächte in Kununurra (Kundendienst, Befestigung Auspuff, neue Windschutzscheibe) haben wir immer in Emma übernachtet.

Unser Tagesablauf hat sich eingespielt und wir versuchen die Stunden Tageslicht, die immer weniger sind als bei uns daheim, möglichst gut zu nutzen. Wir stehen mit der Sonne auf und versuchen Aufbau, Essen und Aufräumen noch hinter uns zu bringen, bevor es dunkel wird. Innerhalb der Zeit sortieren wir auch noch Fotos, schreiben Tagebuch und pflegen die Webseite. Bei Dunkelheit mit dem Computer draußen zu sitzen ist etwas schwierig.Da gibt es zuviel Getier, das den Bildschirm vom Notebook interessant findet.

Es ist uns wieder mal bewußt geworden, wie wenig man eigentlich braucht zum Leben.

Wir haben uns daran gewöhnt, im Dunkeln unsere Sachen im Auto zu sortieren und auf unbeleuchteten Plätzen oder Nationalparks den Weg zurück zu Emma zu finden.

Am Anfang der Tour waren wir uns nicht so sicher, aber seit der Zeit in Queensland denken wir, dass wir wohl doch nochmal herkommen werden und dass dies nicht unsere letzte längere Reise sein wird.

Vieles hat sich geändert in Australien und nicht nur zum Positiven. Aber wenn man es schafft, außerhalb der Hochsaison und abseits der ausgetretenen Touri-Pfade unterwegs zu sein, ist es nach wie vor ein tolles Erlebnis, durch dieses wunderschöne Land zu reisen und dabei auch eine Menge netter Leute zu treffen.

Das schönste an unserer Art des Reisens ist, dass wir eigentlich sehr oft nicht wissen, wo wir morgen sein werden.
Wir lassen uns treiben und bekommen immer wieder Tipps von Menschen, die uns sagen: da müsst Ihr hin...

Wir wünschen allen Besuchern unsere Seite: Happy New Year!!!