ir haben Glück: Nach dem vielen Regen in der Nacht gibt es morgens keine Niederschläge. Wir stehen zeitig auf und packen im Dunklen zusammen. Auf dem Weg zur Fähre ist daher auch noch nichts los. Wir kommen über eine gigantische Brücke mit Blick auf die Stadt. Der weitere Weg zur Fähre führt erstaunlicherweise durch Wohngebiete. Gegen 6:00 sind wir an der Ablegestelle. Wir haben mittlerweile die Nachricht von 23:15 gelesen, dass sich die Abfahrt verzögert. Neben uns parkt ein netter Südaustralier mit Sohn, die sich für Emma interessieren. Auch ein Vietnam Veteran (ersichtlich an den Aufklebern am Auto und seiner Weste) kommt und schaut sich Emma an. .
In der Nähe der Anlegestelle gibt es ein kleines Häuschen mit einer Free Library. Ich entdecke prompt wieder ein Buch in Sachen klassischer australischer Literatur.
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Rechts vor dem großen Haus das kleine rote....
Ein kurzer Check im Internet ergiebt, dass das Buch nicht mehr verfügbar ist. So wird es eingepackt. Vielleicht lese ich es ja auf der Fähre schon.
Wir parken ziemlich weit vorne und ein Australier gegenüber gibt uns den Tipp wachsam zu sein. Wenn das Boarding beginnt, würden wir schnell so eingeparkt sein, dass wir als letzte auf die Fähre kämen. Der nette Südaustralier neben geht ein wenig spazieren und als er zurück kommt winkt er mir von Weitem schon zu: Es geht los. Er fährt als erster durch die Schranke. Wir sind das zweite Auto. Die Quarantäne überstehen wir schnell. Der junge Mann wirft einen kurzen Blick in unsere gut gepackte Emma hinten, fragt nach Honig, Früchten, Fishing Gear und Firearms. Als wir alles verneinen, dürfen wir weiterfahren zum Gate vor der Fähre. Der Platz ist wirklich gut. Wir können der Fähre beim Einlaufen zusehen und auch wie sie befestigt wird.
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Ein PKW zieht jeweils das große Seil so weit nach hinten, bis es über einen der Poller geworfen werden kann.
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Es dauert noch eine ganze Weile bis wir einfahren dürfen.
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Emma bekommt einen Platz mit Ausblick hinten raus. Leider wird sie so wohl vollgespritzt mit viel Salzwasser. Wir packen unsere Rucksäcke und gehen nach oben. Als erstes gibt es einmal ein Brötchen um 10:00. Langsam haben wir Hunger.
Wir haben Glück und es regnet noch immer nicht, so dass wir noch ein paar schöne Bilder machen können von der Skyline von Melbourne. Auch beim Ablegen sind wir im Freien ohne Regen und bei angenehmen Temperaturen. Die Spirit of Tasmania legt mit einiger Verspätung ab.
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Überall auf dem Schiff gibt an Berge von Papiertüten. Wir schauen zu, bis sich Melbourne immer weiter entfernt. Die See ist ruhig. Wir essen mittags noch eine der kleinen Pizzas und wollen dann etwas Fotos bearbeiten und schreiben. Bald schon wird die Fahrt aber etwas unruhiger. Gerhard findet alles ziemlich schlimm. Ich mache noch eine Tour über das Schiff, gehe an allen möglichen Stellen nach draußen und genieße das Ambiente. Nach einiger Zeit Tagebuch schreiben merkt man schon, dass man den geschützteren Bereich verläßt und ins offene Meer der Bass Strait fährt. Ich gehe noch eine Runde. Überall ist es deutlich ruhiger geworden. Nur die wirklich hartgesottenen Raucher bezwingen die Türen nach draußen. Der Wind ist sehr stark. Man darf auch nicht mehr überall raus. Das Laufen fällt teils schon schwer durch die plötzlichen Bewegungen des Schiffes. Ich bin heilfroh, als ich wieder unbewegt das Ganze an meinem Platz über mich ergehen lassen kann.
Gegen 21:30 können wir die Fähre verlassen,
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kommen gut durch die Quarantäne und müssen nun nur noch zum Campingplatz fahren.
Wir können uns eine powered site aussuchen. Das ist prinzipiell ja immer gut, aber in der Dunkelheit + Regen ist er nicht so einfach. Wir finden schließlich einen Platz, der uns angenehm erscheint und relativ eben ist. Wir bauen natürlich auch gleich die Plane wieder auf.