Wir fahren nach Port Albert, einem der ersten Häfen in Victoria. Obwohl der Hafen nicht weit entfernt ist von Yarram gibt es hier viel mehr Wind und eigentlich nicht so sehr viel zu sehen. Vielleicht erscheint uns der Ort auch nur deshalb so ungastlich, weil Meer bei schlechtem Wetter nie so recht anziehend wirkt.
181204 083554 Port Albert
Es gäbe noch ein Museum, das hat aber auch noch zu um die Uhrzeit. Wir finden Hinweise auf einen Christopher Robinson Walk und uns interessiert, wer das war. Ein Stück gibt es die Erklärung auf einer Tafel: Christopher war ein bekannter Greenpeace Aktivist. Er hat wohl so einige Abenteuer und gefährliche Manöver auf See überlebt, bis er mit 55 an Krebs gestorben ist in Port Albert, dem Ort, an dem sein Herz hing.
Wir fahren weiter in den Tarra Bulga Nationalpark. Die Strasse ist eng und kurvenreich. Immer gibt es wieder Warnschilder : don't meet by accident.
Die Tourist Information ist leider geschlossen. Wie wir den Öffnungszeiten entnehmen, ist das ihr normaler Zustand. Schade, man kann nicht mal hinein, um die Schilder und Tafeln zu lesen, wie das in vielen der "unbemannten" Infocentern der Fall ist. Wir wollen hier etwas laufen und ziehe uns warm an. Gerhard trägt seine Wollmütze, von der ich mir nie hätte träumen lassen, dass sie oft gebraucht wird in Australien. Kommentar von Gerhard: Handschuhe wären auch nicht schlecht heute...Wir laufen zur Corrigan Suspension Bridge.
181204 115802 Tarra Bulga
Überall gibt es Fern Trees.
181204 111048 Tarra Bulga
Wir gehen weiter auf dem Scenic Track - leider ohne Ausblick, außer den in den Wald und auf die schönen Farne. Wir finden die Farne faszinierend und es gibt diese Pflanzen, die sich mittels Sporen vermehren statt Samen schon sehr lange:
181204 110855 Tarra Bulga
Wir wollen noch die Schleife laufen über Fern Gully Nature Walk, finden aber den Eingang nicht. Laut Karte hätte er in der Nähe sein sollen. Erst beim Zurücklaufen entdecken wir, dass ein Weg durch die eine alte Schutz-/Unterstandshütte führt. Mit der Beschilderung sind sie hier ein wenig sparsam. Es ist schade, dass die großen und bekannten Parks - die natürlich auch Geld bringen - so ausgebaut werden und die kleinen, eher unbekannten, vernachlässigt man völlig.
Wir treffen ein Ehepaar aus Holland, das sich nach einer Woche Arbeit hier noch zwei Wochen Urlaub gönnt. Die Frau fotografiert mit Begeisterung einen Crimson Rosella. Als sich ein anderer auf Emma niederläßt, rufe ich sie nochmal zurück bevor sie fahren. Wir haben noch einen Rest Vogelfutter, so dass es für die beiden Urlaubserinnerungsfotos gibt mit einem Vogel auf dem Arm.
181204 123935 Tarra Bulga
Wir fahren nach Toora auf den Campingplatz.

Der Wind wird immer stürmischer. Wir überlegen was wir tun sollen. Ursprünglich wollten wir in den kleinen Nationalpark in der Nähe fahren, aber bei dem Wind in einen Wald zu gehen, ist wohl keine so gute Idee. Dunkle Wolken türmen sich auch schon wieder auf. Wir bleiben noch einen Tag hier. Ich nutze den Morgen, um einige Dinge in Emma neu zu organisieren und aufzuräumen. Das braucht auch immer etwas Zeit und Geduld. Gerhard sortiert erst einmal Koala Bilder aus, was ziemlich schwierig ist.
181203 132454 Yarram
Gegen Mittag wollen wir eine Runde in den Ort laufen. Wir packen die Rucksäcke und nehmen die Anoraks mit. Es stürmt ziemlich heftig, aber auf dem Campingplatz ist es scheinbar noch etwas geschützter. Als wir in Richtung Tor laufen, weht es uns fast um.
181203 132624 Yarram
Gerhard hat ja eine Brille, aber mir bläst es einiges an Staub und Sand in die Augen. Uns wird klar: Das hat keinen Sinn. Wir drehen um und bleiben bei Emma. Auf dem Campingplatz ist von einem der hohen Bäume ein sehr dicker Ast abgebrochen.

Wir beschließen, noch einen Tag hier zu bleiben. Morgens regnet es noch immer stark und der Wind bläst heftig. Es gibt auch wieder Sturmwarnungen fürs Meer. Gegen 9:30 läßt der Regen nach und wir laufen in die Stadt und auf den kleinen Markt. Leider gibt nur noch eine Handvoll Stände. Es sieht mehr nach Garage Sale aus als nach Markt. Vielleicht hat das ungemütliche Wetter heute morgen auch einige der Verkäufer abgeschreckt.
181202 101430 Yarram
Wir gehen zurück und halten an der Bäckerei an. Sie ist ein beliebter Treff der Einheimischen am Sonntagmorgen. Es gibt eine große Auswahl an leckeren Dingen. Ich esse einen Spinat-Käse-Muffin und Gerhard eine Vietnames Beef Roll mit frischem Koriander und viel Fleisch.
181202 101323 Yarram
Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig zurück zu Emma, bevor der nächste Regenguß kommt.
181202 103106 Yarram

Die Sonne scheint. Das sorgt doch gleich für doppelt so gute Laune! Wir fahren nach Sale auf einem alternativen Weg zum Highway. Dort machen wir einen Rundgang im Ort und besuchen den Aussie Disposal. Der Lions Club ist vertreten mit einem Stand und dem berühmten "sausage sizzle". Gerhard kauft sich eine Bratwurst im Brot. Das Brot ist einer Scheibe Zuckerwattebrot= Toastbrot. Da ist das Verspeisen mit den gebratenen Zwiebeln nicht leicht. Die Wurst ist sehr lecker. Es gibt eine Gruppe von Sing Australia , die Weihnachstlieder zum Besten geben. Der Altersdurchschnitt ist recht hoch.
181201 111855 Sale
Wir besuchen noch das Visitor Center, das am Port of Sale liegt.
181201 124125 Sale
Dann fahren wir zu der Swing Bridge von 1883, die noch funktioniert und auch regelmäßig betätigt wird.
181201 130603 Sale Swing Bridge

181201 131647 Sale Swing Bridge
Weiter geht es nach Woodside, wo wir uns den Campingplatz ausgesucht haben. Wir sind etwas erstaunt, als die Dame dort lange überlegt und dann meint, eigentlich sei alles ausgebucht, sie könnte uns aber noch am Ende des Platzes eine Stelle anbieten. Grund ist eine Party heute. Da wir gestern abend schon eine nicht ganz ruhige Nacht hatten, fahren wir lieber gleich weiter nach Yarram. Es stellt sich heraus, dass dies eine gute Entscheidung war. Der Campingplatz ist wirklich schön, das Ehepaar sehr nett. Wir dürfen wählen zwischen verschiedenen Plätzen. In den Duschen gibt es Baumwollbadematten, die man sich nehmen kann und dann in einen Korb werfen, d.h. im Gegensatz zu einigen der Biotope auf anderen Plätzen, auf die ich nie barfuß treten würde, werden diese gewaschen. Spät am Abend treffe ich den Mann noch ein bei seiner nächtlichen Putzrunde. Es regnet und weht stark die ganze Nacht über. Außerdem gibt es einen Temperatursturz.